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La Repubblica - Italien | Dienstag, 13. Oktober 2009

Gordon Brown verkauft Familiensilber

Angesichts des wachsenden Schuldenberges will die britische Regierung Staatseigentum im Wert von 16 Milliarden Pfund verkaufen. Zum Verkauf stehen unter anderem der Eurotunnel unter dem Ärmelkanal. Die linksliberale Tageszeitung La Repubblica kommentiert: "Das kommt auch in den besten Familien vor: Wenn die Geschäfte schlecht laufen, man sich verschuldet hat, dann ist das Familiensilber dran. Das ist der letzte Ausweg, auf den gestern schweren Herzens auch der [britische Premier] Gordon Brown, Großbritanniens 'Familienoberhaupt', zurückgegriffen hat. ... Es ist das größte Privatisierungsprogramm staatlichen Eigentums in England seit den Zeiten Margaret Thatchers, die damals unter anderem die britische Eisenbahn verkaufte. … Das Ziel war damals in erster Linie ein ideologisches: den Staat entlasten, den Markt liberalisieren. … Browns Entscheidung ist nicht ideologisch, sondern von der finanziellen Misswirtschaft diktiert. … Es handelt sich aber auch um eine politische Operation. Brown will die Vorwürfe der Konservativen zurückweisen, derjenige zu sein, der Generationen von britischen Steuerzahlern zu Schuldnern gemacht hat. Deshalb verkauft er das Familiensilber. Wer weiß, ob es ihm [bei den Wahlen im Frühjahr] hilft, Stimmen zu gewinnen."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 13. Oktober 2009

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