Dnevnik - Slowenien | Donnerstag, 15. Oktober 2009
Ervin Hladnik Milharčič über den Friedensnobelpreis für Barack Obama
In der Tageszeitung Dnevnik kommentiert Ervin Hladnik Milharčič die Entscheidung, US-Präsident Barack Obama den Friedensnobelpreis zu verleihen: "Die Verleihung des Friedensnobelpreises war immer schon eine Sache der Norweger. [Das Komitee zur Vergabe des Preises wird vom norwegischen Parlament ausgewählt.] Der Friedensnobelpreis versucht normalerweise, praktische Errungenschaften zu ehren. Oftmals bekommen ihn Dissidenten, die mit ihrer eigenen Gesellschaft in Konflikt sind. Diesmal haben sie den Preis einem Politiker verliehen, der ihn sich vielleicht nicht gewünscht hat und dem es Leid tut, dass er ihn bekommen hat. Die Norweger haben aktiv an der Spitze der Weltpolitik eingegriffen. Sie haben den US-Präsidenten neu definiert. Mit viel Ironie haben sie Obama den Status eines Dissidenten der [republikanischen] Bush-Politik und der Bush-Gesellschaft verliehen. Gleichzeitig haben sie mit europäischen Politikern ihre Spielchen getrieben. ... Es gibt keinen europäischen Politiker, der 200.000 Menschen zum Brandenburger Tor lockt, nur um ihn reden zu hören. Europa hat keinen Führer. Das macht bei einer derartigen Wahl vielleicht sogar Mut. Doch, dass Europa nicht einmal einen ernst zu nehmenden Kandidaten für den Friedensnobelpreis hat, ist ein Grund, wütend zu sein."
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