Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 19. Oktober 2009
EU-Länder können gelassener verhandeln
Die linksliberale Süddeutsche Zeitung ist froh über das Signal des tschechischen Präsidenten, seine Blockade gegen den Lissabon-Vertrag aufzugeben: "Europas Regierungschefs können nun in größerer Gelassenheit eine Formel aushandeln, die nach bewährter Art die Gegensätze vereint: Der Querkopf aus Prag darf sein Gesicht wahren, ohne dass er seinen wahren Willen bekommt. Der Rest ist Geschichte. Im Nachhinein zählt die Zäsur, die der Lissabonner Vertrag für die Neuorganisation der Union darstellen wird. Er erschwert gerade die Quertreibereien einzelner Länder, die damit alle anderen erpressen könnten. Vaclav Klaus ist bis an die Grenze des Erträglichen gegangen. ... Es bleibt als Stichwort die Vertreibung der Sudetendeutschen und Ungarn aus der Tschechoslowakei nach 1945 durch die sogenannten Benes-Dekrete. Dass diese Vergangenheit jetzt erneut auf die Tagesordnung der EU kommt, macht eine neue, weniger einseitige Diskussion dieser Fragen umso notwendiger. Nur einfacher macht es sie nicht."
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