Die Presse - Österreich | Dienstag, 20. Oktober 2009
Gescheitertes Experiment
Das demokratische Experiment sei gescheitert, meint Die Presse angesichts des Berichts der Beschwerdekommission über Wahlfälschungen bei der afghanischen Präsidentenwahl: "Es besteht kein Zweifel mehr, dass Karzai die Präsidentenwahl am 20. August massiv fälschen ließ. Die von der Uno kontrollierte Beschwerdekommission hat nun mehrere hunderttausend Stimmen für ungültig erklärt. Damit ist quasi amtlich, was schon vor mehreren Wochen auf der Hand lag: Karzai hat die absolute Mehrheit verfehlt. Eine Stichwahl ist nötig. Eine Einheitsregierung unter Einbeziehung seines Herausforderers [Abdullah Abdullah] löst das Problem nicht. Den Afghanen sollte in einem fairen Urnengang die Möglichkeit gegeben werden, Karzai abzuwählen. Der Westen muss nun stringent bleiben. Er kann nicht Wahlmanipulationen im Iran wortreich anprangern, Karzai aber ungeschoren lassen."
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