Der Standard - Österreich | Montag, 24. Juli 2006
Die Zukunft des Kosovo
In Wien werden die internationalen Verhandlungen über die Zukunft der mehrheitlich von Albanern bewohnten serbischen Provinz Kosovo fortgesetzt. Gastkommentator Andrej Ivanji betrachtet die Verhandlungen mit Skepsis: "Die formale Selbstständigkeit würde weder die katastrophale soziale Lage noch die enorme Arbeitslosigkeit in dem schon de facto von Serbien unabhängigen Kosovo lösen... Letztlich wird der UN-Sicherheitsrat über den Status des Kosovo entscheiden. Die internationale Gemeinschaft wird den Kosovo-Albanern entgegenkommen, weil ihre Unzufriedenheit die Sicherheit der internationalen Friedensmission in der Provinz bedrohen könnte und weil sie kurzfristig wichtiger für die Stabilität in der Region sind als das schwache, kriegsmüde Serbien. Es geht nämlich nicht nur um den Status des Kosovo, sondern um die albanische Frage auf dem Balkan, die Südserbien, Mazedonien, Montenegro und Griechenland erfasst. Langfristigen Frieden würde nur die Aufnahme des gesamten Balkans in die EU sichern."
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