De Standaard - Belgien | Montag, 2. November 2009
Journalisten müssen selbstkritischer sein
Die flämische Boulevardzeitung Het Laatste Nieuws muss 600.000 Euro Schadenersatz zahlen, weil sie nach Ansicht der Richter dem Manager des Profiradrennstalls Quick Step, Patrick Lefevere, "unfundiert" sowie auf eine "absolut unakzeptable" Art und Weise die Förderung des Dopings in seiner Mannschaft vorgeworfen hat. Das Urteil sei gerechtfertigt, meint Peter Vandermeersch in der Tageszeitung De Standaard: "Vor zweieinhalb Jahren schrieb ich an dieser Stelle über die Affäre, dass 'das, was Kollegen sich erdreisteten, Journalismus zu nennen, nichts mehr mit der schwierigen und nuancierten Suche nach Wahrheit zu tun hat'. ... Nachdem ich das Urteil nun gelesen habe, finde ich, dass diese Worte noch zu brav waren. Das Vertrauen der Bevölkerung in uns, die Medien, hat einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Das haben wir Journalisten zuallererst uns selbst vorzuwerfen. Wenn wir, die Journalisten, die so gerne andere Berufsgruppen abkanzeln, nicht härter und kritischer gegenüber unserer eigenen Arbeit und der unserer Kollegen werden, müssen das die Richter tun."
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