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Berliner Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 4. November 2009

Karadžić will Zeit schinden

Nach dreimaligem Sitzungsboykott ist der ehemalige Führer der bosnischen Serben Radovan Karadžić am Dienstag erstmals vor dem Den Haager Kriegsverbrechertribunal erschienen. Die Richter müssen sich seinem provokativen Verhalten entgegensetzen, um das internationale Strafrecht zu stärken, schreibt die linksliberale Berliner Zeitung: "Das Jugoslawien-Tribunal im niederländischen Den Haag agiert seit 16 Jahren im heiklen Spannungsfeld zwischen Strafrecht, großer Politik und der Aufarbeitung von Geschichte. Nicht nur einmal stand es am Rand des Scheiterns. Mit dem Karadžić-Prozess nähert sich das Gericht nun erneut diesem Abgrund. Der Angeklagte verweigerte bislang die Teilnahme am Verfahren. Jetzt erschien er zwar vor den Richtern, jedoch mit dem einzigen Ziel, Zeit zu gewinnen. ... Wenn es den Richtern des Tribunals nun noch rasch gelingt, die Obstruktion des Radovan Karadžić zu brechen, dann wäre das ein weiterer wichtiger Meilenstein bei der Fortentwicklung des internationalen Strafrechts."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 4. November 2009

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