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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Montag, 9. November 2009

Das friedliche Erbe nutzen

Die Revolution vor 20 Jahren war friedlich und selbstbestimmt. Ein wertvolles Erbe, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau, das die Deutschen nicht verschleudern dürfen, sondern nutzen sollten: "Im noch frisch vereinten Deutschland war es der große Ost-Diagnostiker Joachim Gauck, der der Geschichte einen Begriff entriss: 'Ermächtigen'. ... Gaucks Appell zur Selbst-Ermächtigung, zum Engagement für ein gutes und besseres Leben, ist nicht überholt. All die Feiern wären leerer Pomp, wenn der 20. Jahrestag des Mauerfalls nicht auch genutzt würde, um zu fragen: Wie können wir, 'das Volk', die beglückende Erfahrung der Selbst-Ermächtigung und des Eingreifens in die eigenen Lebensverhältnisse auf die Gegenwart anwenden? ... [D]ie Menschen in der DDR, die aufstanden, um sich zum Handeln zu ermächtigen, konnten nicht ahnen, dass sie eine Erfolgschance hatten. Sie hätten mehr Anlass zur Resignation gehabt als jeder Einzelne, der sich heute zurücklehnt, 'weil man sowieso nichts ändern kann'. Wir verschleudern das Erbe der friedlichen Umwälzung Osteuropas, wenn wir es nicht übertragen auf die Erfordernisse der Gegenwart."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 9. November 2009

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