Die Presse - Österreich | Mittwoch, 11. November 2009
Kaum Hoffnung auf Wiedervereinigung
Deutschland und Europa feiern noch den Fall der Mauer, da kreuzen Nord- und Südkorea wieder die Waffen, diesmal auf See. Zwischen den zwei koreanischen Staaten verläuft nach wie vor eine der tödlichsten Grenzen der Welt. Doch wie lange noch ist unsicher, schreibt die Tageszeitung Die Presse: "Während Europa in diesen Tagen mit Dankbarkeit der überwundenen Teilung des Kontinents gedenkt, wird im Grenzort Panmunjom täglich ein schauriges Schauspiel aufgeführt: Martialisch wirkende südkoreanische Grenzsoldaten mit Sonnenbrille stehen grimmig blickenden Nordkoreanern Aug' in Aug' gegenüber und spielen Kalten Krieg. Die Grenze ist ein Todesstreifen mit MG-Nestern, Minenfeldern und Stacheldrahtverhau. Gibt es Hoffnung auf Wiedervereinigung der beiden Koreas? Eher nein. Alle Nachbarn und die USA haben Interesse an einer Aufrechterhaltung des Status quo. Und für Südkorea würde eine Wiedervereinigung wohl ungleich teurer werden, als es die Vereinigung der beiden Teile Deutschlands war. Aber: 1989 hat die Welt gelehrt, dass Geschichte unberechenbar ist."
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