Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 20. November 2009
Ukraine selbstbewusst im Gasstreit
Die Ukraine und Russland haben sich auf pünktliche Gaslieferungen in diesem Winter geeinigt. Das Verhandlungsergebnis ist auch dem neuen Selbstbewusstsein der Ukraine zu verdanken, analysiert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Als im vergangenen Winter vor allem die russischsprachige Ostukraine ohne Gas blieb, richtete sich der Volkszorn keineswegs gegen Präsident Viktor Juschtschenko in Kiew, sondern gegen die russischen Nachbarn. Die Gaskriege haben das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ukrainer gestärkt, so wie auch die Erfolge der Fußballer während der letzten Jahre. ... Das neue, wachsende Nationalgefühl auch im Süden und Osten der zweitgrößten ehemaligen Sowjetrepublik wird von den Medien gefördert, die sich in der Hand von Industrieoligarchen befinden. Die haben sehr genau beobachtet, wie der Kreml unter [Wladimir] Putin mit russischen Oligarchen umgesprungen ist. In der Ukraine wollen sie Herr im eigenen Haus bleiben, weshalb sie die Kontrolle des Landes durch Moskau zu verhindern wissen."
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