Frankfurter Rundschau - Deutschland | Montag, 23. November 2009
Spekulation ist Frage der Regeln
An den internationalen Finanzmärkten wird wieder eine Blase aufgebaut, weil Notenbanken einen Fehler begehen, warnt die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Wenn eine Notenbank wegen Blasen an den Finanzmärkten die Zinsen erhöht und damit gleichzeitig das Wirtschaftswachstum drosselt und die Arbeitslosigkeit ansteigen lässt, ist irgendetwas faul. Was faul ist, kann jeder Student im ersten Semester Wirtschaftspolitik nachschlagen: Verfolge nie zwei Ziele mit einem Instrument! ... Eine Notenbank kann mit dem Zins nur die Realwirtschaft ... steuern, aber nicht gleichzeitig auch noch der Blasenbildung an den Finanzmärkten vorbeugen. ... Solange der Westen sich weigert zuzugeben, dass das Grundübel des derzeitigen Kapitalismus die freien Kapitalmärkte sind, solange werden die G20 keine neue Weltfinanzordnung zustande bringen. ... Ungezügelte Spekulation ist keine Frage von Gier, Moral oder Anstand, sondern der Regeln."
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