Frankfurter Rundschau - Deutschland | Montag, 7. Dezember 2009
Verzweifelter Protest in Athen
Ein Jahr nach dem Todesschuss auf einen 15-jährigen Schüler ist es in Griechenland wieder zu schweren Unruhen gekommen. Dies ist ein Verzweiflungsakt einer Generation, die sich um ihre Zukunft betrogen fühlt, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Es sind nicht nur die Missstände im Bildungswesen und die materiellen Nöte, die für wachsende Unruhe unter griechischen Jugendlichen sorgen. Sie fühlen sich auch zunehmend fremd in einem politischen System, das unübersehbare Zeichen des Niedergangs trägt. In den vergangenen Jahren jagte ein Skandal den nächsten. Eine Statistik der Organisation Transparency International weist Griechenland als den korruptesten Staat der EU aus. ... Zur politischen Sinnkrise kommt jetzt das Finanzdesaster: Ein Land, das jahrzehntelang über seine Verhältnisse lebte, dessen Politiker Wohlstand auf Pump finanzierten, um sich die Macht zu sichern, steht am Abgrund des Staatsbankrotts."
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