The Independent - Großbritannien | Montag, 7. August 2006
Kritik an Tony Blairs Außenpolitik
Der britische Premierminister Tony Blair sieht sich wegen seiner Haltung in der Libanon-Krise Vorwürfen ausgesetzt, er folge vorbehaltslos der Linie der USA. Johann Hari kommentiert: "Ich glaube, Blairs Interpretation des innerislamischen Kampfes ist im Allgemeinen richtig. Wie konnte das aber zu so einem weltweiten Desaster führen? Der Grund ist ein schreckliches, bewusst naives Missverständnis seiner Verbündeten. Tony Blair scheint wirklich zu glauben, dass die USA der bewaffnete Arm von Amnesty International sind, eine Staatsmaschinerie, die sich wohltätig darum kümmert, dass in diesem Bürgerkrieg die Guten gewinnen. Er scheint diese Analyse in Momenten der rhetorischen Überhitzung sogar auf Israel auszuweiten. Doch in Wirklichkeit wird die US-Regierung von vielen schändlichen Motiven getrieben. Das von Blair wohlwollend unterstellte Motiv steht da ganz unten auf der Liste."
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