Le Temps - Schweiz | Dienstag, 8. August 2006
Otto Dix Retrospektive
Das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen zeigt eine Retrospektive des deutschen Künstlers Otto Dix (1891-1969), einer der Begründer der Bewegung "Neue Sachlichkeit". "Otto Dix wollte vor allem die menschliche Natur erfassen - bis in alle Verirrungen. Wenn er sich den Konflikten des Momentes widmete, dann um dem Menschen ins Gesicht blicken zu können. Letztlich fand er sich mitten im Getümmel. Er hat den gesamten Ersten Weltkrieg mitgemacht, war bei der Artillerie bei den großen Gefechten in der Champagne und in Flandern und sogar an der russischen Front dabei. Eine unsägliche Qual, die er in seinen Bildern eingefangen hat. Seine Skizzen und Gouachen, die er von dort mitgebracht hat, waren so schrecklich, wie seine Porträts der darauffolgenden Dada-Periode sozial und politisch gnadenlos waren. Die Galerie von Prostituierten und Matrosen, die in Schaffhausen zu sehen ist, ist schrill und ungeschminkt. Manche dieser Bilder haben ihm Prozesse wegen Anstößigkeit eingebracht. Die dann folgende veristische Strömung hat das Schockierende kaum gemildert, die Menschen aber menschlicher gemacht."
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