Die Presse - Österreich | Freitag, 11. Dezember 2009
Nobelpreis-Farce in Oslo
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama ist eine Farce, meint die Tageszeitung Die Presse. Er hätte die Ehrung ablehnen sollen: "Obama wäre nicht der Erste gewesen, der einen Nobelpreis zurückweist. Das haben vor ihm schon zwei andere gemacht: 1964 der französische Schriftsteller-Philosoph Jean-Paul Sartre und 1973 Le Duc Tho, der mit US-Außenminister Henry Kissinger ein Friedensabkommen ausgehandelt hat. ... Kissinger hat die Auszeichnung allein entgegengenommen - und muss sich bis heute dafür rechtfertigen, dass er, der Friedensnobelpreisträger, der Ausweitung des Vietnam-Kriegs auf Kambodscha und Laos zugestimmt und Pinochets Militärputsch in Chile zumindest geduldet hat. Kissinger ist ein Beispiel dafür, dass sich ein Friedensnobelpreis als Fluch erweisen kann. Auch Obama wird der Friedensnobelpreis noch mehr schaden als nützen."
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