Latvijas Avīze - Lettland | Montag, 14. Dezember 2009
Uldis Šmits über Russland und die westlichen Werte
In Russland macht sich immer mehr die Vorstellung breit, dass man über einen eigenen zivilisatorischen Missionsauftrag verfüge, schreibt Uldis Šmits in der Tageszeitung Latvijas Avize: "Dieser wendet sich auch gegen den schädlichen Einfluss des Westens. Bekanntester zeitgenössischer Vertreter dieser Strömung ist Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow. Er ist ganz gewiss kein begnadeter Theoretiker, aber in seinen Reden und Schriften nimmt er eine für das Volk leicht nachvollziehbare, simple Teilung zwischen 'wir' und 'dem Westen' vor, gegen den die Landsleute mobilisiert werden müssten. Mit anderen Worten: Für die 'russische Welt', wie diese jetzt auch immer häufiger offiziell und auch seitens der orthodoxen Kirche in Russland genannt wird, bedeute dies, dass die vom Westen eingeführten universellen Werte nicht akzeptabel seien. Dabei wird aber übersehen, dass die russische Kultur gerade diesen Werten viel zu verdanken hat, und viele herausragende Persönlichkeiten in Russland haben diese Werte allen Drohungen zum Trotz verteidigt und tun dies noch immer."
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