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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 21. Dezember 2009

Papst Pius XII. war kein Held

Der Vatikan hat dem umstrittenen Papst Pius XII. ein vorbildiches Leben bescheinigt und so den Weg für dessen Seligsprechung freigemacht. Die linksliberale Süddeutsche Zeitung protestiert gegen diese falsche Stilisierung zum Widerstandskämpfer: "Pius XII. ließ die weitgehend fertige Enzyklika gegen Rassismus und Judenverfolgung im Archiv verschwinden, weil er fürchtete, sie würde mehr schaden als nutzen. ... Dieser Papst sollte ein Fall für die historische Forschung sein und nicht Gegenstand eines Seligsprechungsverfahrens. Dass Papst Benedikt nun gegen alle Bedenken dieses Verfahren vorantreibt, ... schadet der nüchternen Bewertung des Eugenio Pacelli. Wieder einmal zeigt sich, wie wenig Benedikt die politischen Wirkungen seiner Entscheidungen bedenkt. Erst die Karfreitagsbitte für die Bekehrung der Juden, dann die Wiederaufnahme des Holocaustleugners Williamson, nun die Ehrung von Papst Pius XII. - was Johannes Paul II. an gutem Verhältnis zu den Juden in der Welt aufgebaut hat, droht nun zerstört zu werden."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 21. Dezember 2009

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