La Repubblica - Italien | Montag, 21. Dezember 2009
Berlusconi nutzt Anschlag politisch aus
Italiens Premier Silvio Berlusconi nutzt den Anschlag gegen sich, um sein undemokratisches Ziel einer Einheitspartei weiter zu verfolgen, schreibt die linksliberale Zeitung La Repubblica: "Es handelt sich schlicht und einfach darum, die politischen Blöcke des gesamtem Spektrums über Zünfte oder Kasten zu annektieren. Der Rest ergibt sich von selbst. Reformen, die von oben kommen, wie die Verfassungen im 19. Jahrhundert, um den Scheinbildern der Parteien Raum zum Rollenspiel zu lassen. Eine Ständegesellschaft wie im Ancien Régime. Eine Betriebsverfassung, um den post-demokratischen Dezisionismus zu begünstigen. Und am Horizont, gemeinsam mit dem Staats-Vergeben für seine Hoheit den Premier, dank kleiner Gesetze ad personam oder dank eines kolossalen Kuhhandels [die Opposition scheint derzeit einlenken zu wollen, zumindest was die Immunität des Premiers angeht], zeichnet sich das Bild ab, das das demokratische System bedroht: die Einheitspartei, die von Umfragen mit hohem Beliebtheitsgrad abgesegnet ist, und ein Gefühl der Befreiung vom Hass des gegewärtigen, illusionslosen und demokratischen Italiens."
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