Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 22. Dezember 2009
Serbien nicht reif für EU
Für Serbiens Aufnahme in die EU ist es noch zu früh, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Weil das Land den mutmaßlichen Völkermörder Ratko Mladic noch nicht verhaftet hat, wird das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen, also die Vorstufe zu Beitrittsverhandlungen, von der EU nicht in Kraft gesetzt. Mit dem Gesuch tut Serbiens Regierung den zweiten Schritt vor dem ersten. Skandalös ist, dass eine Mehrheit der Serben immer noch eine Auslieferung Mladics an das UN-Tribunal ablehnt und das Parlament den Völkermord in Srebrenica nie verurteilt hat. Trotzdem haben Italien, Spanien und Schweden Belgrad - gegen den Rat anderer EU-Mitglieder - ermutigt, den Antrag zu stellen. In der Region aber müsste die EU mit einer Stimme sprechen, wenn sie den Frieden sichern will. Das lehrt nicht nur die jüngste Vergangenheit."
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