Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 11. August 2006
Die Vertreibungsausstellung "Erzwungene Wege"
Nach vielen Diskussionen wurde gestern die vom Zentrum gegen Vertreibung organisierte Ausstellung "Erzwungene Wege" in Berlin eröffnet. Sonja Zekri räumt ein, viel über Vertreibungen in Europa gelernt zu haben. "Die Karelier, die zwischen Hitler, Stalin und der finnischen Regierung zerrieben wurden, ähnlich wie die Balten, die griechischen und türkischen Zyprioten - ja, es gibt vieles zu entdecken in dieser Ausstellung. Und doch. Und doch belegt der unbestreitbar europäische Ansatz nur eine neue, geschmeidigere Strategie des Zentrums, aber keinen fundamentalen Sinneswandel. Das wird an Kleinigkeiten deutlich, an mangelnden Bezügen, kleinen Lücken. Zwar fehlt es nicht an Schilderungen deutscher Verbrechen. Der Hitler-Stalin-Pakt, die Verheerungen im Generalgouvernement, die Vernichtung der polnischen Intelligenz, alles dies wird in wünschenswerter Klarheit dargestellt - nur mit der Vertreibung der Deutschen scheint es nichts zu tun zu haben."
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