Mladá fronta Dnes - Tschechien | Mittwoch, 6. Januar 2010
Viliam Buchert über den Bedeutungsverlust Europas
Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger habe sich einst eine einzige Telefonnummer in Europa gewünscht, um sich außenpolitisch abstimmen zu können, erinnert Viliam Buchert in der Tageszeitung Mladá Fronta Dnes. Bei der neuen EU-Außenministerin Catherine Ashton "kann er zwar anrufen, aber regeln kann er dort weiterhin nichts. ... Das ursprüngliche Ziel einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik war es, aus der EU einen entscheidenden globalen Akteur zu machen. Doch wie sieht das Ergebnis aus? Ungeachtet aller Bemühungen und großmäuliger Worte auf den Abschlusspapieren von Gipfeltreffen steht der Kontinent heute schwächer denn je da. Außer ihr eigenes Territorium beeinflusst die Union heute nichts mehr auf der Welt. Europa wird als bedeutendes wirtschaftliches Ganzes wahrgenommen. Aber Entscheidungen, die man respektieren und ernst nehmen muss, werden woanders getroffen. Weiterhin in den USA, neuerdings in China und künftig vielleicht in Indien oder Brasilien."
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