La Stampa - Italien | Montag, 14. August 2006
Günter Grass war in der Waffen-SS
Der italienische Politologe Gian Enrico Rusconi interpretiert die Erklärung von Grass als "feine Veränderung des kollektiven Blicks auf die deutsche Vergangenheit... Die jungen Generationen mussten mehr als die vorhergehenden beweisen, dass sie die nationale Schande voll und ganz empfinden. Und Günter Grass war - im Namen der kollektiven Schuld - gleichzeitig Protagonist und Gefangener dieses kritisch-emanzipatorischen Prozesses. Erst vor kurzem hat Deutschland zu neuer nationaler Würde gefunden, und Grass konnte sich einen anderen Blick auf sich selbst erlauben - ohne Nachsicht, um sich zu befreien. Sein Geständnis ist keine harmlose Angelegenheit, es ist ein Signal für die gesamte Nation. Es ist eine Art 'literarische Erlaubnis' für den Beginn einer kollektiven Erfahrung, die der Schriftsteller einmal mehr wird interpretieren wollen."
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