Postimees - Estland | Donnerstag, 14. Januar 2010
Russischer Patriarch weckt außenpolitische Hoffnungen
Ein Jahr nach dem Tod von Patriarch Alexius II, dem politisch einflussreichen Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, fragt die Tageszeitung Postimees, welche außenpolitische Linie sein Nachfolger Kyrill I verfolgt: "Im Sommer begab er sich auf einen Besuch in die Ukraine und bezeichnete dort Kiew als zweites südliches Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche, und anders als bei den russischen Staatsführern war sein Ton betont freundlich. Ein Zufall oder nicht, aber vor ein paar Tagen kam der Besuch des Patriarchen in einem anderen Land auf die Tagesordnung, das der Kreml in Acht und Bann getan hat: Georgien. Die Ankündigung eines Besuchs könnte das Verhältnis beider Länder entspannen, nachdem die diplomatischen Beziehungen nach dem Krieg im Sommer 2008 abgebrochen wurden. Anders als der Kreml hat das Moskauer Patriarchat die Loslösung der orthodoxen Kirche in Abchasien und Südossetien von der georgischen Kirche nicht anerkannt, und auch manche Politiker setzen deshalb große außenpolitische Hoffnungen auf Kyrill."
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