Latvijas Avīze - Lettland | Dienstag, 19. Januar 2010
Uldis Šmits über den problematischen Begriff "Osteuropa"
Der britischen Wochenzeitung The Economist zufolge entspricht der Begriff "Osteuropa" nicht der Realität von heute. Uldis Šmits pflichtet in der Tageszeitung Latvijas Avīze dieser Ansicht bei: "Das durch den Eisernen Vorhang von der freien Welt abgetrennte sozialistische Osteuropa existiert nicht mehr, und auch als Sammelbegriff für die so genannten neuen EU-Mitgliedstaaten entstammt 'Osteuropa' der Vergangenheit. Der Ausdruck wurde zu unterschiedlichen Zwecken gebraucht, auch um die EU von außen zu spalten. Innerhalb der EU beginnt man aber allmählich zu begreifen, dass die Staaten des früheren Osteuropas trotz ihrer ähnlichen jüngeren Geschichte in Form eines aufgezwungenen totalitären Systems ziemlich unterschiedlich sind und nicht über einen Kamm geschoren werden können. ... Slowenien und Tschechien haben bezüglich ihres Lebensstandards schon einige 'alte' EU-Mitglieder überholt, und in Estland ist Korruption weniger verbreitet als beispielsweise in Italien. Und der slowakische Premier Robert Fico gilt zwar als verantwortungsloser Politiker, aber unter seiner Führung hat sein Land die Maastricht-Kriterien erfüllt und ist der Eurozone beigetreten."
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