Delo - Slowenien | Donnerstag, 21. Januar 2010
Haiti ist Opfer der Weltgemeinschaft
In Haiti hat die gesamte internationale Gemeinschaft versagt, meint die Tageszeitung Delo, und zwar nach dem Erdbeben ebenso wie vorher: "Humanitäre Hilfe klingt für die Bewohner Haitis zurecht wie ein Schimpfwort. Diejenigen, die überlebt haben, hören auch acht Tage nach dem Erdbeben immer noch Versprechen und sterben dabei langsam. Wegen Langsamkeit, Reaktionsunfähigkeit, parallel verfolgter Interessen und Bürokratie überlässt die internationale Gemeinschaft die Bewohner ihrer Ausweglosigkeit. Doch in den Tagen nach dem Erdbeben haben die globalen Kräfte nur ihre bisherige Politik gegenüber dem bereits seit langer Zeit gescheiterten Staat fortgesetzt. Nicht das Erdbeben hat die Bewohner Haitis getötet. Sie starben und sterben an den Folgen des wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Zusammenbruchs. ... Für den Zusammenbruch und die Gewalt auf Haiti in den vergangenen Jahrzehnten ist die Politik einiger Staaten und internationaler Konzerne verantwortlich, die auf einer Politik der Aasgeier und der 'Doktrin des Schocks' basiert und die Haiti zu deren Abfalldeponie gemacht haben."
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