La Stampa - Italien | Montag, 25. Januar 2010
Enrico Bettiza über zwei Gesichter des slawischen Europas
Die jüngsten Präsidentschaftswahlergebnisse in Kroatien und der Ukraine haben eine neue und die EU direkt betreffende Physiognomie des slawischen Europa offengelegt, schreibt der Schriftsteller und Journalist Enrico Bettiza in der liberalen Zeitung La Stampa: "Zwei Schlüsselländer im slawischen Europa haben ihr Gesicht verändert. Die Ukrainer haben de facto ihren Präsidenten Viktor Juschtschenko, Führer der enttäuschenden Orangen Revolution, abgesetzt. ... In Zagreb ist die Sozialdemokratie, die europafreundliche Linke, die von einer Randfigur wie Ivo Josipović vertreten wird, siegreich aus dem Kampf gegen die historische und allmächtige [konservative] Kroatische Demokratische Union (HDZ) hervorgegangen. ... Brüssel kann nicht ignorieren, dass die künftige Ausrichtung der Ukraine, mit ihren 46 Millionen Einwohnern - eingekapselt zwischen der Europäischen Union und Russland - einen großen Einfluss auf den weiten und unruhigen postsowjetischen Raum ausüben wird. Der EU-Beitritt des kleinen Kroatiens mit seinen sechs Millionen Einwohnern, das von jeher an die europäischen Bräuche und Sitten gewohnt ist und von Russland weder unterdrückt noch erpresst worden ist, wird sicherlich einfacher und glatter verlaufen."
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