Die Presse - Österreich | Dienstag, 26. Januar 2010
Mit Taliban kooperieren
Gemäßigtere Anhänger der aufständischen Taliban könnten tatsächlich für eine Zusammenarbeit mit der afghanischen Regierung gewonnen werden, meint die Tageszeitung Die Presse: "Die Taliban und al-Qaida sind keine untrennbar miteinander verbundenen siamesischen Zwillinge, was sie verbindet, ist eine symbiotische Beziehung. Was dem einen nützt, nützt auch dem anderen. Gelingt es nun, den gemäßigten Taliban-Elementen den Nutzen der Kooperation mit der Regierung in Kabul zu vermitteln, dann ist dies zum Schaden für al-Qaida - das wäre das Ende der Symbiose. Dennoch sollte sich niemand der Illusion hingeben, dass man mit den Hardcore-Elementen der Taliban handelseins wird. Aber der Versuch, gemäßigtere Elemente abzuspalten, könnte funktionieren. Die Minimalforderung: Die Taliban müssten die Bande zu al-Qaida kappen. Die Zeit drängt: Im Herbst 2011 wird es zehn Jahre her sein, dass US-Truppen ihren Stiefelabdruck auf afghanischem Territorium hinterlassen haben. Die Truppen der Sowjetunion mussten nach neun Jahren gedemütigt abziehen."
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