De Standaard - Belgien | Mittwoch, 3. Februar 2010
Der EU droht Bedeutungslosigkeit
Warum sollte US-Präsident Barack Obama sich überhaupt mit der EU treffen, fragt die linksliberale Tageszeitung De Standaard. Sie hat ihm nichts zu bieten: "Hätten [der EU-Ratspräsident Herman] Van Rompuy - oder [der spanische Premier José Luis Rodríguez] Zapatero oder der Kommissionsvorsitzende [José Manuel] Barroso - ihm etwas erzählen können über die gemeinsame ökonomische Politik der EU, um die fragilen Verhältnisse zu stärken? Über die europäische Haltung zur neuen chinesischen 'selbstsicheren Aggressivität', mit der Washington mehr und mehr zu rechnen hat? Die Absage sollte einen Alarm in Brüssel auslösen. In dieser sich schnell verändernden, post-amerikanischen Welt droht die EU immer weiter an die Seitenlinie abgedrängt zu werden. ... Um es in der Sprache der Formel 1 auszudrücken: Während Europa in der Box weiter an der Einstellung des Motors bastelt, fahren die chinesischen, indischen und brasilianischen Rennwagen immer schnellere Runden. Nur wenn Europa mit einer Stimme spricht, wird es auch ernst genommen werden. Sonst droht langfristig die Bedeutungslosigkeit."
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