Le Soir - Belgien | Dienstag, 22. August 2006
Die EU im Libanon
Alain Lallemand fordert, die EU solle sich der Herausforderung eines militärischen Einsatzes im Libanon stellen und die menschlichen und finanziellen Kosten eines solches Einsatzes akzeptieren. "Wenn die Union den Frieden vor ihrer Haustür sichert, dann sichert ihr das auf lange Sicht auch den Frieden innerhalb der EU. Denken wir nur daran, dass der Nahe Osten seit hundert Jahren für fast eine Milliarde Menschen der Ursprung aller Kriege ist... Die Ehrlichkeit zwingt uns dazu, den Preis für das Engagement zu nennen: Man wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass es europäische Tote im Libanon geben wird. So wie in Afghanistan, im Kosovo, in Ruanda. Trotzdem muss Europa seine Truppen massiv in die Unifil-Verbände einbringen. Kann es denn angehen, dass sich die EU in Aceh hervortut, aber keine Verpflichtungen am Mittelmeer eingeht? Will sich Brüssel etwa auf die Rolle des generösen Finanziers des Wiederaufbaus beschränken? Der Einsatz von Gewalt ist abscheulich, aber besser, als sich der Knechtschaft der Machtlosigkeit zu fügen."
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