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Heti Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 4. Februar 2010

Dominique Moïsi über die Angst Europas vor dem Anderen

Über das Wechselspiel von Angst und Identität schreibt Dominique Moïsi, Professor für Politikwissenschaften an der Harvard University, in der linksliberalen Wochenzeitung Heti Világgazdaság: "Mehr denn je wird Angst zur beherrschenden Kraft in der europäischen Politik der vergangenen Jahrzehnte. Und es handelt sich nicht um eine abstrakte, undefinierte Angst. Es geht vor allem um die Angst vor den nichteuropäischen 'Anderen', die von einer wachsenden Zahl 'weißer' Europäer als Bedrohung ihrer Identität und Lebensart, ja sogar ihrer Sicherheit und ihrer Arbeitsplätze wahrgenommen werden. Im Zentrum dieser Debatten steht das Thema Islam und Einwanderung. ... Die Globalisierung und die mit ihr einhergehende Orientierungslosigkeit löst in vielen Menschen eine nervöse Suche nach ihrem Selbstwert aus. Je weniger die Menschen von ihrer Zukunft überzeugt sind, desto stärker tendieren sie dazu, sich in negativer, defensiver Weise auf ihre Identität zu konzentrieren. Wenn jemandem das Vertrauen in die eigene Fähigkeit fehlt, die Herausforderungen der Moderne zu meistern, zieht er sich in sich selbst zurück und konzentriert sich darauf, wer er ist, anstatt darauf, was er mit anderen zusammen erreichen will."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 5. Februar 2010

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