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Der Standard - Österreich | Mittwoch, 23. August 2006

Österreichs Pflegenotstand

Nachdem bekannt wurde, dass die Schwiegermutter des österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel vor ihrem Tod illegal von einer slowakischen Pflegerin betreut wurde, hat sich die Debatte um den Pflegenotstand in Österreich verschärft. "Die Familie des Bundeskanzlers tat das Gleiche, was tausende andere Österreicher in dieser Situation auch tun", schreibt Michael Völker und erklärt: "Der illegale Markt in Österreich hat sich ergeben, weil der Staat nicht in der Lage ist, die Pflege der größtenteils alten Menschen zu gewährleisten – weder organisatorisch noch finanziell. Die Politik hat durch Wegschauen ein System geschaffen, in dem illegale Arbeitsverhältnisse und die Ausbeutung von Menschen toleriert werden. Dafür trägt der Kanzler die Verantwortung. Der Staat hat das Problem des Pflegesystems, das ohne das Auffangnetz illegaler Anbieter längst kollabiert wäre, jahrelang ignoriert. Mit dem Erfolg, dass sich selbst die Familie Schüssel im Ernstfall illegaler Pflegerinnen aus der Slowakei bedient."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 23. August 2006

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