Der Standard - Österreich | Dienstag, 16. Februar 2010
Zu solidarisch mit Steuersündern
Wie es um die Solidarität in Europa bestellt ist, zeigt auch der Umgang mit Steuerhinterziehung, meint Der Standard. Ob Deutschland moralisch handelt, wenn es eine CD mit Daten mutmaßlicher Steuersünder kauft, wurde viel diskutiert. Doch wie moralisch die Schweiz ist, fremdes Steuergeld in Milliardenhöhe zu horten, auch aus Griechenland, werde kaum hinterfragt: "Viel Unrühmliches kam auch aus Österreich. Einige der Statements waren entlarvend. Dass die Präsidenten der Wiener Rechtsanwaltskammer und der Kammer der Wirtschaftstreuhänder davor warnten, dass der Staat Geschäfte mit Kriminellen mache, gehört da noch unter die Rubrik der reinen Klientelpolitik. … Diese Haltung ist in Zeiten krisenbedingter Rekorddefizite noch schmerzhafter. Die EU verlangt derzeit aus Furcht um den Euro einen rigiden Sparkurs von Griechenland. Mindestens so dringend müssen die 500 Milliarden in der Schweiz versteuert werden. Das würde auch Athen helfen. 99 Prozent des griechischen Geldvermögens in der Schweiz liegt auf Schwarzgeldkonten; es geht um mehr als 16 Milliarden Euro."
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