La Repubblica - Italien | Mittwoch, 24. Februar 2010
Italienische Gesetze erleichtern Korruption
Die italienische Staatsanwaltschaft hat am Dienstag 56 Haftbefehle wegen Geldwäsche und Steuerbetrugs erlassen. In den Sog der Ermittlungen sind die Swisscom-Tochter Fastweb und die Telecom Italia-Tochter Sparkle geraten. Zwei Milliarden Euro sollen über fiktive Handelsoperationen veruntreut und gewaschen worden sein. Die linksliberale Tageszeitung La Repubblica sieht darin ein weiteres Symptom der schweren Krankheit Korruption, die das ganze Land befallen hat: "Es kann nicht toleriert werden, dass die Korruption von einem dem Verbrechen zuträglichen Gesetz als ein nicht schweres Vergehen behandelt wird, als eine strafrechtlich unbedeutende und gesellschaftlich belanglose Praxis, sodass die Dauer der Prozesse gegen diese Praxis getrost eingeschränkt werden könnte. Die Unleugbarkeit der italienischen Pathologie, die lange Kette der Skandale, die dem Land den Spiegel vorhält, müsste uns das, was die ganze westliche Welt weiß, bewusst machen: Die Korruption zerstört die Institutionen, die Demokratie, die ethischen Werte, die Justiz. Sie bedroht die Stabilität und die Sicherheit der Gesellschaft."
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