Correio da Manhã - Portugal | Mittwoch, 24. Februar 2010
Domingos Amaral über nötige Reformen der Währungsunion
Die Europäische Währungsunion ist mit großen Zielen angetreten und doch nur eine Zwangsjacke geworden, meint Domingos Amaral in der Tageszeitung Correio da Manhã: "Wenn Wohlstand das gelobte Land ist, dann sind wir dort noch nicht angekommen. Wenn Haushaltsdisziplin eine der erwarteten Folgen war, haben wir genau das Gegenteil erreicht. ... Zehn Jahre nach Beginn des gemeinsamen Währungsabenteuers ist es höchste Zeit daran zu denken, wie man das System verbessern kann. ... Der Euro und seine drakonischen Regeln haben Europa in einen Regierungsfriedhof umgewandelt. Es ist Zeit einzusehen, dass das System nicht funktioniert und dass wir es noch ändern können. Den Euro fallen zu lassen wäre eine Katastrophe, aber alles beim Alten zu lassen auch. Es ist einfach, die griechische Regierung und auch die portugiesische für ihre verantwortungslose Haushaltspolitik zu beschuldigen. Aber was soll man von den Spaniern sagen, die nicht unverantwortlich handelten, trotzdem Probleme haben und unfähig sind, auf die Krise zu reagieren? Das Drama des Euro ist genau das: Es bestraft die Guten und die Schlechten gleichermaßen, garantiert aber niemandem einen Ausweg aus der Krise. Ohne eine zentrale politische Macht, die als Garantie dient, und ohne flexible Regeln wird der Euro weiterhin eine Zwangsjacke für Arme und Reiche sein."
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