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Der Spiegel - Deutschland | Montag, 28. August 2006

Salman Rushdie über den Typus des Terroristen

Der Schriftsteller Salman Rushdie erörtert im Gespräch mit Erich Follath, was Menschen dazu bringen kann, Terroristen zu werden. Soziale Diskriminierung sei dabei kein ausschlaggebendes Motiv. "Lenin hat Terrorismus einmal als 'bourgeoises Abenteurertum' beschrieben. Ich glaube, an diesem Punkt lag er einmal nicht falsch: Das trifft's. Man darf den Grundgedanken jeglicher Moral nicht negieren, dass Individuen für ihre Handlungen selbst verantwortlich sind. Und individuell sind wohl auch die Auslöser. Dabei spielt sicher die Erziehung eine große Rolle, die Vermittlung eines falsch verstandenen Sendungsbewusstseins, das zu 'Aktionen' drängt. Dazu kommt eine Herdenmentalität, wenn man einmal in eine Gruppe integriert ist und jeder den anderen immer weiter in eine Zwangssituation hineintreibt. Es gibt den Typ, der glaubt, seine Tat würde die Menschheit aufhorchen lassen und ihn zu einer historischen Gestalt machen. Dann gibt es den, der sich einfach zur Gewalt hingezogen fühlt. Und ja, ich denke, auch Glamour spielt eine Rolle."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 29. August 2006

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