Die Presse - Österreich | Dienstag, 29. August 2006
Der "Fall" Natascha Kampusch und die Medien
In Österreich sorgt die spektakuläre Geschichte von Natascha Kampusch für großes Aufsehen: Sie war als Zehnjährige entführt worden und befreite sich nach acht Jahren Gefangenschaft selbst. Ihr Entführer beging Selbstmord. Michael Fleischhacker ist beeindruckt davon, dass Kampusch nun einen offenen Brief schrieb, in dem sie einerseits Verständnis für das Interesse der Öffentlichkeit bekundet, sich aber gegen Nachfragen über ihr Intimleben wehrt. Fleischhacker meint, der Brief zeige, wie Medien reagieren sollten: "Was viele der selbst ernannten Medienexperten, die sich in ihren Verkommenheitsfantasien gefallen, nicht begreifen, ist für diese junge Frau selbstverständlich: Ihr ist absolut Ungewöhnliches widerfahren, also gibt es ein absolut ungewöhnliches Interesse an ihrer Person und ihrer Geschichte... Natascha Kampusch zieht mit ihrem Brief Grenzen, die zu respektieren sind. Sie hat vollkommen Recht, wenn sie meint, dass die Veröffentlichung des Videos, in dem ihr 'Verlies' gezeigt wird, eine Grenzüberschreitung war. Es wurde von den Ermittlungsbehörden veröffentlicht und deswegen ohne große Reflexionen durch die Medien allgemein zugänglich gemacht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Medienpolitik, » Österreich
Alle verfügbaren Texte von » Michael Fleischhacker
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 29. August 2006