România Liberă - Rumänien | Donnerstag, 11. März 2010
Rumäniens verpatzter Start vor 20 Jahren
Vor 20 Jahren haben rumänische Bürgerrechtler in Timişoara einen Entwurf für ein Lustrationsgesetz veröffentlicht: Drei Legislaturperioden lang sollten ehemalige Mitglieder der kommunistischen Partei und des Geheimdiensts Securitate nicht für ein politisches Amt kandidieren dürfen. Wäre das Durchleuchtungsgesetz verabschiedet worden, sähe es nach Ansicht der Tageszeitung România Liberă heute in Rumänien folgendermaßen aus: "Der einheimische Kapitalismus wäre keine Vetternwirtschaft geblieben und die rumänische Politik würde nicht nur aus Klüngel bestehen. ... Rumänien hätte sich schneller und sinnvoller verwandelt, schlechte Straßen wären durch Autobahnen ersetzt worden, das beste Bahnnetz in Osteuropa wäre nicht zerstückelt worden, das Durchschnittsgehalt läge wie in Tschechien oder Polen bei 800 bis 1.000 Euro und die Medien wären nicht in der Hand weniger Mogule. ... Rumänien hat seinen Start verpasst, weil die Parlamentarier niemals eine Lustration akzeptieren wollten, sondern lieber den Geheimdienst anstelle der Wirtschaft privatisiert haben. 20 Jahre nach der Proklamation von Timişoara ist die moralische Bilanz entmutigend, obwohl Rumänien durch den Beitritt zur EU und zur Nato wieder ein Stück aufgeholt hat."
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Alle verfügbaren Texte von » Sabina Fati
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