Die Presse - Österreich | Freitag, 12. März 2010
Bologna-Prozess lässt sich retten
Studenten haben am Donnerstag in Wien die Feier der EU-Bildungsminister zum zehnjährigen Bestehen des Bologna-Systems gestört. Die Tageszeitung Die Presse sieht in dem einheitlichen europäischen Bildungssystem mit Bachelor-Abschluss Fehler, aber auch Chancen: "Der neue 'Bachelor' wurde zum Problemfall: weil er vom Arbeitsmarkt nicht angenommen wird, obwohl die Unis sogar zu viel Stoff hineingepresst haben. Die Studenten haben folgerichtig das Gefühl, im total verschulten Studium ihren Freiraum verloren zu haben. Nicht genug damit: Die internationale Mobilität ist sogar gesunken. ... Ganz totsagen sollte man den Bologna-Prozess noch nicht: Der Bachelor lässt sich sinnvoller gestalten, und die heimische Akademikerquote wird damit steigen - ein Ziel, das alle eint. Es ist auch in Ordnung, wenn nicht mehr so viele Studienabschlüsse wie bisher zum 'Doktor' führen. Da wird Österreich international schon lange als zu titelsüchtig belächelt. Die neue Studienarchitektur ließe sich retten, und nicht alles an ihr ist schlecht."
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