Der Standard - Österreich | Dienstag, 16. März 2010
Frankreich will Reformpause
Die Niederlage der französischen Regierungspartei bei den Regionalwahlen hat in erster Linie mit Staatspräsident Nicolas Sarkozy und dessen pausenlosen Reformankündigungen zu tun, stellt die liberale Tageszeitung Der Standard fest: "Krise, Sparen, Angst um den Job - das ist an den Franzosen nicht spurlos vorbeigegangen. Das Volk sei 'müde', meint der nationale Ombudsmann Jean-Paul Delevoye in seinem Jahresbericht. Es ist auch eines Präsidenten müde, der großartig gestikulieren kann, aber letztlich kaum etwas verändert ... . Linke Wähler hören - und nicht erst seit der Griechenland-Krise - zuerst einmal 'Sozialabbau' heraus, während das bürgerliche Lager dem Reformdiskurs mangels Umsetzung auch nicht mehr glaubt. Kein Zweifel, die Franzosen wünschen sich die Auszeit, die ihnen der Politwirbelwind nun verspricht. Dass er wenigstens dieses Versprechen einhalten wird, ist jedoch zu bezweifeln. Pausieren ist nicht Sarkozys Ding. Es würde ihn vielmehr entlarven: Denn was ist der Präsident ohne seinen Aktivismus, ohne seine Umtriebigkeit, ohne seine ständige Bewegung?"
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