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La Vanguardia - Spanien | Mittwoch, 6. September 2006

Tahar Ben Jelloun über das plötzliche Erinnerungsvermögen

Der französisch-marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun äußert sich zu dem Geständnis des deutschen Schriftstellers Günter Grass, er habe im Alter von siebzehn Jahren bei der Waffen-SS gedient. "Manchmal werden Kopfschmerzen von einer psychologischen Verstimmung verursacht. So ist es Günter Grass ergangen, der tief in seinem Gedächtnis eine Erinnerung vergraben hatte. Sie war dort sechzig Jahre lang verborgen und tauchte in dem Moment auf, in dem er seine Memoiren schrieb. Im Alter stellt normalerweise Alzheimer die größte Bedrohung dar. Bei dem deutschen Autor handelt es sich um eine Art Anti-Alzheimer-Effekt. Sein Gedächtnis lief über, und ungefragt sind seine Erinnerungen aus dem Versteck gekommen. Wenigstens hat er sich klar entschieden, das zu erzählen, was er penibel verdrängt und aus seiner Jugendzeit gestrichen hat."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 6. September 2006

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