Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 8. April 2010
Kirgistan ist Kampfplatz internationaler Interessen
Der gewaltsame Konflikt in Kirgistan zwischen Oppositionsgruppen und dem autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew dauert an. Dabei geht es nicht nur um einen Herrschaftswechsel im postsowjetischen Raum, analysiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Russland betrachtet das Land als Teil seiner Interessensphäre, und die Vereinigten Staaten betreiben dort einen großen Flugplatz, der ein wichtiges Glied in der Versorgungskette der amerikanischen Truppen in Afghanistan ist. China wiederum teilt eine knapp neunhundert Kilometer lange Grenze mit Kirgistan - es kreuzen sich mehrere geopolitische Interessenlinien dort. Moskau war die amerikanische Präsenz in der Vergangenheit ein solcher Dorn im Auge, dass es Bakijew dazu drängte, die Amerikaner hinauszuwerfen. ... Wie die neue Führung sich in der Sache verhalten wird, ist noch nicht entschieden. Sie weiß jedenfalls, dass Amerika keine dauerhafte militärische Präsenz anstrebt. Angesichts des neuen Geistes der Zusammenarbeit sollte Russland nicht neuen Unfrieden stiften."
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