Mladá fronta Dnes - Tschechien | Freitag, 16. April 2010
Roma wollen Kater Mikeš an den Kragen
Eine der beliebtesten Figuren tschechischer Kinder, der vom Schwejk-Zeichner Josef Lada erfundene sprechende Kater Mikeš, soll nach dem Willen eines Roma-Aktivisten als Bestandteil der Unterrichtsmaterialien aus den Schulen verbannt werden. Der Grund: Der Kater äußere sich abfällig über Zigeuner. Dagegen haben zehntausende Tschechen im Online-Netzwerk Facebook protestiert. Die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes glossiert: "In jedem Buch findet man einen Grund für sein Verbot. Und deshalb sollte man sie auch alle verbieten. Mikeš muss verboten werden, Harry Potter auch, und auch Balzac. Von letzterem stammt der Satz: 'Zeigt einem Polen einen Abgrund und er springt sogleich hinein.' Das ist speziell mit Blick auf die jüngsten Ereignisse zu verurteilen. Man könnte einwenden, dass Balzac diese Ereignisse nicht vorhersehen konnte. Seine Worte sind dennoch absolut unentschuldbar."
» weiterführende Informationen (externer Link, tschechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Literatur, » Minderheiten, » Tschechien
Alle verfügbaren Texte von » Martin Komárek
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 16. April 2010