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Sega - Bulgarien | Freitag, 23. April 2010

Urlaubskürzung verletzt Menschenrechte

Die bulgarische Regierung und die EU-Kommission haben unterschiedliche Ideen zur Bedeutung von Urlaub in der Wirtschaftskrise. Während Antonio Tajani, EU-Kommissar für Industrie und Unternehmen, den Menschen mehr Urlaub gewähren will, um so die Wirtschaft anzukurbeln, will Bulgariens Regierungschef Bojko Borisov Urlaubstage streichen, die nicht in Anspruch genommen wurden. Die Tageszeitung Sega kritisiert Borisovs Konzept: "Beide Konzepte haben mit der Wirtschaftskrise zu tun. Borisov sucht als Staatschef und somit großer Arbeitgeber nach Wegen, den Haushalt angesichts der zu erwartenden Massenentlassungen vor zusätzlichen Risiken zu schützen. ... Abseits der ökonomischen Kalkulationen hat das Thema auch soziale und rechtliche Aspekte. Die erste Frage dabei ist, ob man Urlaubstage streichen darf und ob Urlaub ein Grundrecht darstellt. Was die Arbeit angeht, so verbietet Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Zwangsarbeit. In Bulgarien sollen ungenutzte gesetzliche Urlaubstage annulliert und ohne die Einwilligung der Betroffenen durch Arbeitstage ersetzt werden. Insofern könnte man das als Zwangsarbeit betrachten."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 23. April 2010

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