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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 11. September 2006

Der 11. September - fünf Jahre danach

Das Wichtigste, meint Stefan Kornelius, den Kampf der Ideen, haben die USA nach dem 11. September verloren. "Nicht die Tat selbst richtet die Zerstörung an, sondern die Reaktion auf die Tat. Sie erst verändert, revolutioniert, führt zum Umsturz... Bin Ladens bisweilen verschwurbeltes Ideengebäude basiert auf der Annahme, dass andere für ihn die Arbeit machen, dass durch die Fokussierung auf ein gemeinsames Ziel die Einheit im Islam hergestellt, dass gar ein überstaatliches Gebilde, ein Kalifat entstehen könnte. Das alles mag belächelt werden. Aber in der Konzentration auf das eine Ziel USA, in der negativen Abgrenzung gegenüber dem Westen und Amerika greift die Idee. Die Regierung Bush ließ sich aufs Kreuz legen wie ein Sumo-Ringer durch einen Judoka, der sich die Masse des Gegners mit Hilfe geschickter Hebelgriffe zunutze macht. Terroristen pflanzen Angst und Phantasien in die Köpfe der Menschen, der Kampf gegen Terroristen ist deshalb vor allem ein Kampf um Ideen, um die Köpfe, um die moralische Überlegenheit. Der 'Krieg gegen den Terror', von Bush erklärt und bis heute nicht beendet, war deshalb Amerikas strategisch schlimmster Fehler und eine rhetorische Dummheit obendrein."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 11. September 2006

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