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Der Standard - Österreich | Freitag, 7. Mai 2010

Joseph Stiglitz mahnt Europäer zu mehr Solidarität

Der US-Wirtschaftswissenschaftler Joseph E. Stiglitz verwirft in einem Beitrag für die Tageszeitung Der Standard zwei theoretisch denkbare Auswege aus der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise in der EU - eine einheitliche Verringerung der Löhne in den Euroländern sowie die Teilung der Währungszone - und fordert stattdessen die Einführung finanzieller Hilfsmechanismen für die Mitgliedsstaaten: "Es gibt eine dritte Lösung, die, wie Europa möglicherweise feststellen wird, die vielversprechendste von allen ist: die Umsetzung der institutionellen Reformen, die bei der Einführung des Euro hätten durchgeführt werden sollen, einschließlich des notwendigen fiskalpolitischen Rahmens. Es ist nicht zu spät für Europa, diese Reformen durchzusetzen und somit den auf Solidarität beruhenden Idealen gerecht zu werden, die der Einführung des Euros zugrunde lagen. Doch wenn Europa dazu nicht in der Lage ist, dann ist es vielleicht besser, das Scheitern zuzugeben und anders weiterzumachen, anstatt im Namen eines fehlerhaften Wirtschaftsmodells einen hohen Preis an Arbeitslosigkeit und menschlichem Leid hinzunehmen."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 7. Mai 2010

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