Corriere del Ticino - Schweiz | Dienstag, 11. Mai 2010
Schachzug kann in politischem Selbstmord enden
Der angekündigte Rücktritt von Gordon Brown als Labour-Chef könnte ihm und der Partei erheblichen Schaden zufügen, meint die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Der Rücktritt ist einerseits das Eingeständnis seiner Wahlniederlage, andererseits ein Versuch, Koalitionsverhandlungen zwischen den Konservativen und den Liberaldemokraten zu sabotieren. Mit einem Schlag schwächt der Labour-Chef die Verhandlungsposition der Konservativen und präsentiert gleichzeitig seine Partei als attraktivere Alternative. ... Die Rechnung könnte sich jedoch als Fehlkalkulation erweisen und die Opfergeste damit zum politischen Selbstmord werden. Sollte es zu einer Regenbogenkoalition kommen, stände sie noch bis September unter der Leitung von Gordon Brown, der schnell zur Zielscheibe scharfer Kritik würde, wenn er sich persönlich vom Wahlverlierer zum Retter in der Not proklamierte. Brown käme sein Opfer dann teuer zu stehen, wenn die Konservativen die Rolle der wahren Retter übernehmen würden, als Minderheitsregierung ohne die Unterstützung der Liberaldemokraten."
» zum ganzen Artikel (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Wahlen, » Großbritannien
Alle verfügbaren Texte von » Gerardo Morina
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 11. Mai 2010