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Lietuvos rytas - Litauen | Dienstag, 11. Mai 2010

Litauen intolerant gegenüber Minderheiten

Litauens erste Homoparade hat am Wochenende zu gewaltsamen Ausschreitungen durch Gegendemonstranten geführt. Die Tageszeitung Lietuvos Rytas kritisiert die weit verbreitete Intoleranz gegenüber Minderheiten: "Je kleiner und virtueller der Gegner ist, desto besser, und Hauptsache, man erweist sich als echter Litauer. Juden gibt es in Litauen schon lange keine mehr, und trotzdem werden sie bekämpft. ... Weitere Feindbilder sind polnische Nachnamen mit 'w' und Schwule. Damit wächst von Tag zu Tag die Überzeugung, dass ein echter Litauer nur derjenige ist, der mit den Fäusten auf andere losgeht und unter Missachtung jeder Etikette möglichst laut brüllt. Schwule sind natürlich keine echten Litauer. Den Reaktionen auf die Äußerungen faschistischer Demonstranten nach zu urteilen, ... sind sogar diese ehrenwertere Litauer als Homosexuelle. Damit aber schließen wir fünf Prozent der Bevölkerung oder 170.000 Menschen aus, und nehmen wir noch die polnische Minderheit dazu, sind es weitere 220.000."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 11. Mai 2010

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