Die Presse - Österreich | Freitag, 14. Mai 2010
Cameron startet unterschätztes Regierungsprogramm
Die neue britische Koalitionsregierung hat am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen. Die Tageszeitung Die Presse lenkt die Aufmerksamkeit auf das gesellschaftspolitische Programm des neuen Premierministers: "David Cameron wird vielerorts als inhaltsarmer Schnösel unterschätzt. Doch der liberale Tory bringt eine Philosophie ins Amt, die weit nach Europa strahlen könnte. 'Big Society' nennt er sie. Cameron will Macht vom Staat zurück an die Gesellschaft geben. So sollen sich Eltern zusammentun und selbst eine Schule für ihre Kinder organisieren. Durch diesen kommunitaristischen Ansatz, der zuletzt am ehesten bei Grünen zu finden war, erhofft sich der neue Premier nicht nur mehr Qualität, sondern auch einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt. In Clegg [dem Chef des liberalen Koalitionspartners] hat er einen Mitstreiter gefunden. Gemeinsam wollen sie auch wieder Freiheitsrechte, die im Namen der Terrorbekämpfung beschnitten wurden, zur Entfaltung bringen."
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