Der Standard - Österreich | Dienstag, 18. Mai 2010
Russland nimmt Ukraine in die Zange
Beim Besuch des russischen Staatspräsidenten Dmitrij Medwedjew in Kiew am Montag und Dienstag dieser Woche geht es um Gas und politische Souveränität. Russland nimmt die Ukraine in die Zange, stellt die linksliberale Tageszeitung Der Standard fest: "Die angestrebte Fusion der russischen Gasprom mit der ukrainischen Naftogas soll dem Kreml die Kontrolle über den Gastransit nach Mittel- und Westeuropa sichern. Ist die Ukraine nicht willig, setzt man sie mit der Drohung unter Druck, sie nach und nach mit neuen Pipelines im Norden und im Süden zu umgehen. Die Ukraine steht also vor der Wahl, ein weiteres Stück nationaler Souveränität preiszugeben oder immer mehr Gastransiteinnahmen zu verlieren - bisher ein wichtiger Posten im ohnehin schwer angeschlagenen Staatshaushalt. Präsident Viktor Janukowitsch will, trotz der ihm nachgesagten Moskau-Freundlichkeit, die Europäer in eine künftige Pipeline-Gesellschaft einbinden. Das gibt Russland die Chance zu beweisen, was es stets beteuert: dass seine Gaspolitik nicht Großmachtpolitik mit anderen Mitteln ist."
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