Tribune de Genève - Schweiz | Montag, 18. September 2006
Der Papst und der Islam
"Indem Papst Benedikt XVI. den byzantinischen Kaiser Manuel II. von Konstantinopel zitiert, ist er noch einmal in die Rolle des Theologieprofessors geschlüpft, der, um die Aufmerksamkeit seiner Schüler auf sich zu ziehen, Zitate bringt, die gelehrt und provozierend zugleich sind", schreibt Jean-Noel Cuenod. "Diese Einstellung ist im Rahmen eines Seminars oder einer akademischen Debatte völlig akzeptabel, aber sie ist es nicht mehr, wenn man - als Oberhaupt einer der großen christlichen Glaubensrichtungen - auf dem turbulenten Terrain der Medien agiert. In diesem Raum ohne Rückzugsmöglichkeiten ist Vorsicht mehr als eine Kardinalstugend. Sie ist oberste Pflicht. Offenbar bewegt sich Joseph Ratzinger noch nicht besonders gewandt in der makellosen Soutane von Papst Benedikt XVI. Die Kleidung macht noch keinen Papst."
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